Fachtagung der Arbeitgebermarke EIFEL und der IHK Trier voller Erfolg

Betriebliches Gesundheitsmanagement – Theorie, Kennzahlen, praktische Umsetzung

Prüm. Gut besucht war die gemeinsame Fachtagung von Arbeitgebermarke EIFEL und IHK Trier in der Prümer Karolinger Halle. Über 80 Teilnehmer des EIFEL Arbeitgeber Netzwerkes sowie Betriebe der Region informierten sich über Wissenschaft und Praxis des betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM). Oliver Walle, Dozent an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement, erläuterte anschaulich, weshalb sich Arbeitgeber um die private Gesundheitsvorsorge ihrer Mitarbeiter kümmern sollten. Geringere Krankenstände, fitte Mitarbeiter bis zur Rente, Schaffung eines Wohlfühlklimas oder Darstellung als attraktiver Arbeitgeber seien mögliche Ziele, die der Betrieb vorab für sich definieren sollte. Insbesondere die Bewerber der Generationen Y und Z erwarteten von ihrem Arbeitgeber heute solche betrieblichen Angebote, die zur Work-Life-Balance beitragen. Während sich Betriebe früher im Rahmen der Mitarbeiterfürsorge hauptsächlich um Unfallverhütung kümmerten, sei das Themenfeld heute viel umfänglicher und um Familien-Servicedienste oder digitale Gesundheitsassistenzsysteme ausgeweitet, so Walle. Zudem belegen weltweite Studien den wirtschaftlichen Faktor von betrieblichem Gesundheitsmanagement: Mit jedem in die Mitarbeitergesundheit investierten Euro könnten 2,70 Euro durch höhere Arbeitseffizienz oder reduzierte Fehlzeiten eingespart werden.

Drei EIFEL Arbeitgeber zeigten im Anschluss zahlreiche Beispiele aus der betrieblichen Praxis. Karina Krones von der Steuerberatungsgesellschaft Lehnen & Partner präsentierte, wie sie gemeinsam mit einem Steuerkreis das BGM vor zwei Jahren für über 140 Mitarbeiter einführte und stetig weiterentwickle. Die Capio Mosel-Eifel Klinik sei – so Verwaltungsdirektorin Petra Hager-Häusler – gleich in doppelter Hinsicht aktiv. Intern bietet die Bad Bertricher Klinik dem Personal mit regelmäßigen Angeboten sowie wechselndem monatlichen Aktionsplan ein breites Programm. Zudem stehen die Venenspezialisten anderen Betrieben deutschlandweit über den Verband der Deutschen Venen Liga zur Verfügung. Die im Betrieb durchgeführten Venenchecks helfen, frühzeitige Gesundheitsrisiken zu erkennen. Partner bei der Einführung und Umsetzung eines eigenen, maßgeschneiderten Gesundheitsmanagements ist auch die BARMER, wie Michael Paltzer, Berater für Firmengesundheit, erläuterte. Wer die unternehmerische Aufgabe – beispielsweise aufgrund geringer Betriebsgröße – nicht alleine angehen möchte, kann dies auch in einer Genossenschaft tun. Wie dies gelingen kann zeigt der Blick in die Nordeifel. Hier haben sich Betriebe im INQA-Projekt „Gesunde Region Eifel“ zusammengetan.

Immer stärker in den Fokus der Gesundheitsvorsorge rückt die psychische Gesundheit, erläuterte abschließend Verena Aretz anhand der Trendstudie „Corporate Health Management in Deutschland“. Diese erhebt und publiziert jährlich Daten, um Unternehmensentscheidern eine fundierte Faktenbasis und Branchen-Benchmarks für den Auf- und Ausbau eines Gesundheitsmanagements zu liefern.

Markus Pfeifer, verantwortlich für die Arbeitgebermarke EIFEL, zieht ein positives Resümee der Fachtagung.  „ Wir bieten unseren aktuell 37 EIFEL Arbeitgebern mit unserem Netzwerk viele Vorteile, wie beispielsweise mit unserer Jobbörse, wie mit unseren Online- und Social – Media – Aktivitäten – oder auch mit der Ausrichtung unserer Fachtagungen. Damit bilden wir uns intern weiter und führen auch gerne neue Unternehmen aus der Eifel an unser Qualitätsnetzwerk heran.“

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Foto (RME): vl. die Referent*innen Luisa Marx, Oliver Walle, Karina Krones, Agnes Voerste, Michael Paltzer, Erika Sander, Petra Hager-Häusler, Verena Aretz, Markus Pfeifer